30 Mai 2021

Deine Checkliste für Losgelassenheit

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Gesundheit & Entspannung beim Training 

Jeder wünscht sich ein zuverlässiges, entspanntes Pferd, das eine gut ausgeprägte und schön bemuskelte Oberlinie hat. Einen starken Hals, Rücken und Bauchmuskulatur, die es dem Pferd zusammen mit einer starken Hinterhand erlaubt uns gesund zu tragen. Wir wünschen uns eine tragfähige Hinterhand, die unter den Schwerpunkt fußt und uns im Sattel gut mitnimmt. So entlasten wir die Vorhand, das Pferd kippt die Hüfte ab und kann uns so ohne ohne Spannung im Rückenmuskel tragen.

Die Voraussetzung ist ein gutes vorwärts-abwärts, in das wir jederzeit wieder wechseln können und die das Pferd von sich aus sucht. Leider bietet nicht jedes Pferd von sich aus diese Haltung an. Deshalb ist es wichtig die genauen Schritte zu kennen, wie wir mit unserem Pferd die Haltung erarbeiten können. Dazu biete ich in Kürze ein Live Webinar an, in dem ich zeige, wie ich in einer Trainingseinheit an der Entspannung arbeite um bei dem Pferd die Losgelassenheit zu fördern.

Ja! Ich möchte an dem Webinar teilnehmen
und konkret sehen, wie an der Losgelassenheit
und Entspanung gearbeitet wird! *

* Zusätzlich zu deinem kostenlosen Download erhältst du regelmäßig wertvolle Tipps und Inspirationen rund um das Pferdetraining nach Horsemanship Art. Du kannst dich jederzeit abmelden. Ich nehme den Datenschutz sehr ernst! Mehr erfährst du in meiner Datenschutzerklärung.

Das Problem: Das Pferd nimmt den Kopf nicht runter und drückt den Rücken weg

Viele Pferdebesitzer stehen genau vor dem Problem: Sie möchten gerne vorwärts-abwärts longieren oder reiten, aber das Pferd macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, indem es den Kopf hochnimmt und sogar den Rücken wegdrückt.

Wenn ein Pferd so läuft können diverse gesundheitliche Probleme entstehen. Extremere Auswirkungen sind Fesselträgerschäden durch Überlastung der Vorhand und beispielsweise Kissing Spines. Aber auch kurzfristig ist es ungünstig, wenn das Pferd im Hohlkreuz läuft, denn das führt automatisch zu Verspannungen die den Muskelaufbau verhindern oder im schlimmsten Falle zu einem Verlust der Rückenmuskulatur führen. Die Verspannungen sorgen dann dafür, dass die Hüfte nicht abgekippt wird und die Hinterhand nicht unter den Schwerpunkt und so nicht ins Tragen kommen. Stattdessen schiebt das Pferd mehr, so fällt es auseinander und der Rücken geht immer mehr ins Hohlkreuz. An Versammlung ist nicht zu denken.

Das ist dann oft der Zeitpunkt an dem sich hinter der Lendenwirbelsäule eine Delle bildet. Diese Delle (bitte nicht mit Karpfenrücken verwechseln!) ist ein weiteres Warnzeichen für einen überlasteten Rücken und insbesondere Lendenwirbelsäule.

Dazu muss man wissen, dass der Rückenmuskel kein Haltemuskel ist. Er ist ein Bewegungsmuskel, der sich immer wieder an- und entspannen muss um effektiv zu arbeiten. Deshalb spricht man auch von einem schwingenden Rücken - und im Gegensatz dazu von einem festgehaltenen Rücken. Ein schwingender Rücken, locker pendelnder Schweif und ein entspanntes fallen lassen des Halses ist ein Zeichen für die Entspannung des Pferdes, also für dessen Losgelassenheit.

Entspannung führt zu Losgelassenheit

Die FN Definition von Losgelassenheit, dem zweiten Punkt der Ausbildungsskala, lautet: "unverkrampftes An- und Entspannen der Muskulatur, bei innerer Gelassenheit"

Ich zäume da das Pferd anders herum auf! Das unverkrampfte An- und Entspannen der Muskulatur wird unter anderem durch innere Gelassenheit - also Entspannung erreicht. Voraussetzung dafür ist die Gesundheit, also die erste Stufe der Ausbildungsskala, die als Takt angegeben wird. Allerdings führt das meiner Meinung nach nicht weit genug...aber mehr im nächsten Punkt:

Analyse: Wieso kann sich das Pferd nicht entspannen?

Möchte man aus der Negativspirale ausbrechen ist es erst einmal wichtig zu analysieren, aus welchem Grund das Pferd derart angespannt läuft. Wenn die Situation schon länger besteht ist es schwierig die grundlegende Ursache herauszufinden. Meistens sind die Pferde dann schon empfindlich im Rücken und ziehen beim Putzen weg, mäkeln beim Gurten, wollen uns nicht aufsitzen lassen oder haben sich sogar andere Methoden wie buckeln oder steigen angewöhnt um sich zu wehren. In diesem Artikel möchte ich die einzelnen Punkte in Sachen Gesundheit nur kurz anreißen. Sie sind eher als Denkanstoß gedacht.

Ich empfehle in so einem Falle immer ein komplettes Checkup, von der Pferdehaltung über Gesundheitskontrolle und Überprüfung des Equipments, erst wenn diese Punkte in Ordnung sind kommt das Training ins Spiel.

Die Pferdehaltung

Anfangen würde ich immer mit der grundlegenden Zufriedenheit und Haltung des Pferdes. Wichtig ist hier viel täglicher Auslauf (mindestens 8 Stunden in Gesellschaft), gutes Raufutter in ausreichender Menge und ein gutes Herden- und Stallmanagement, dass auf Stressvermeidung und harmonische Zusammenstellung der Pferde achtet.

Schmerzen und Unbehagen verhindern Losgelassenheit

Ein regelmäßiges Checkup macht außerdem Sinn. Das heißt der regelmäßige Besuch eines Zahnarztes, eines guten Sattlers, gute Hufpflege und Osteopathie. Parallel spielt auch die Darmflora, Mineralstoffversorgung und Vitaminzufuhr eine große Rolle. Sind hier Lücken und Unterversorgungen kann sich das auch mental oder durch körperliche Schwierigkeiten zeigen. Durch regelmäßige gute Begleitung der verschiedenen Fachrichtungen können Probleme frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden schon bevor es eskaliert.
Egal wo ein Pferd Schmerzen hat, oder es sich Unwohl fühlt, es leidet - typisch für ein Fluchttier - erst einmal still, wirklich bemerkbar macht es sich oft erst, wenn es schon nahezu unerträglich geworden ist. Deshalb rate ich bei ungewohnten, aber auch bei "chronischen" Widersetzlichkeiten oder Verhaltensänderungen erst einmal zu einer Überprüfung.
Dazu kommt Reiters "Lieblingsproblem" - der Sattel.

Die Sache mit dem Sattel

Ich persönlich bin ein Fan von baumlosen Sätteln oder von Sätteln mit einer besonders großen Auflagefläche (die mittlerweile für alle Reitweisen auch mit LPO Zulassung vorhanden sind) und flachen Polstern. Der Vorteil ist, dass immergleiche Druckspitzen vermieden werden und so Verspannungen und Unwohlsein vermieden wird. Große Auflageflächen die zum Pferderücken passen verteilen den Druck auf viel mehr Quadratzentimenter. Damit ein Sattel passt muss eine Vielzahl an Punkten beachtet werden:

  • Ist die Auflagefläche korrekt gewinkelt (Haflinger hat einen viel runderen Rippenbogen, als z.B. ein Araber)
  • liegt sie über die Fläche auf, also passt der Schwung des Sattels
  • passt die Kammerweite und die Winkelung des Kopfeisen / Fork zur Winkelung der Schulter
  • bietet der Sattel eine große Wirbelsäulenfreiheit

Das sind die Voraussetzung für ein schmerzfreies Laufen unter dem Reiter. Ich habe dazu einmal ein kleines Symbolbild angefertigt auf dem man die Punkte, die Schwierigkeiten bereiten können erkennt.

Symbolbild Sattelpassform

Ich empfehle für spannende Vergleichsfotos die Website von Signum - das berühmte Foto mit dem Gymnastikball. Einmal ein Standard Sattel mit 20 kg Gewicht und einmal der Signum Sattel mit 40 kg Gewicht. Hier sieht man deutlich, wie wenig das Gewicht sich verteilen kann und wieso es aufgrund dessen unweigerlich zu Druckspitzen kommt.

Signum: Der Vergleich mit dem Gymnastikball
https://www.signum-sattelservice.de/masssattel/sattel-philosophie/

Wenn man sich nun vorstellt, dass ein solcher Standardsattel meist nicht 100% sitzt und somit das Gewicht nicht über die gesamte (kleine) Auflagefläche verteilt wird sind Schmerzen und unangenehme Druckspitzen vorprogrammiert. Ich kenne kaum einen Reiter, der es sich leisten kann monatlich seinen Sattel überprüfen zu lassen, wie es die Profis tun. Deshalb ist es aus meiner Sicht schlau einen passend gewinkelten Sattel mit einer besonders großen Auflagefläche zu wählen, der eine verstellbare Kammer hat. Oder eben einen baumlosen Sattel. Aus meiner Sicht ist das die beste Möglichkeit um eine gute Passform mit bezahlbaren Preisen für Kontrolle und Anpassung zu gewährleisten.

Nur wenn der Sattel nirgends drückt und stört kann ein Pferd entspannt und komfortabel laufen. Ich nenne dazu gerne das Beispiel eines Wanderers bei dem eine Coladose im Rucksack falsch liegt und bei jedem Schritt in den Rücken piekst. Ich kenne niemanden, der so beladen weiter als ein paar Schritte geht.

Unseren Pferden mit unpassenden Sätteln geht es ebenso. Empfindlichkeit am Rücken, eingefallener Trapezmuskel und Dellen im hinteren Rückenbereich sind nicht(!) normal! Ich empfehle einen simplen Sattelcheck mit dem Carola-Pad. Eine Anleitung dazu ist hier zu finden: Klicke hier um zur Anleitung für das Carola Pad zu kommen

Am Ende meines Artikels findet ihr einige Links zum Thema Sattel: Blickschulung: Sättel mit großer Auflagefläche

Meine Empfehlung: Einmal im Quartal "Fotoshooting"

Die Betriebsblindheit ist nun mal da, deshalb empfehle ich einmal im Quartal eine Fotodokumentation anzufertigen.

Das Pferd von

  • vorn (Brustmuskalatur)
  • seitlich (Rückenlinie, Fesselung/Stellung, Gesamteindruck)
  • hinten (Hinterhandbemuskelung)
  • oben (Dellen im Rücken, Trapez und Schulterentwicklung)

zu fotografieren. So hat man einen objektiveren Blick auf die tatsächliche Entwicklung des Pferdes.

Lösung: Endlich Entspannung beim Training

Wie ich vorher schon angemerkt habe: Entspannung führt zu Losgelassenheit

Wenn sich unser Pferd nun also rundum Wohl in seiner Haut fühlt dann können wir mit dem Training beginnen! Die Grundzutaten für Entspannung und Losgelassenheit sind:

  • Vertrauen
    in uns und in die Situation, aber auch Vertrauen ins Pferd
  • Respekt
    Wer hatte nicht schon einmal diesen Chef/Lehrer, den man einfach nicht ernst nehmen konnte und bei dem man nur 10% Leistung gebracht hat. Im Gegenzug wollen wir aber auch nicht der "überfordernde Diktator" sein sondern dem Pferd angepasst trainieren.
  • Verständnis
    Das Pferd kann natürlich nur mit uns zusammenarbeiten, wenn es weiß, was wir wollen und wir klare Signale geben.
  • Balance
    Ein körperlich unausbalanciertes Pferd hat es schwer sich zu entspannen, da es sehr damit beschäftigt ist "nicht umzufallen".

Erst wenn diese 4 Punkte erreicht sind kann sich ein Pferd wirklich entspannen, arbeitet fleissig und zufrieden mit. Dabei nimmt es eine gesundheitsfördernde Haltung ein. Bei jedem Training ist es unsere Aufgabe immer wieder diese 4 Punkte zu überprüfen, dem Pferd Zeit zu geben und darauf hin zu arbeiten, dass es auch in jeder neuen Lektion und Situation Vertrauen, Respekt, Verständnis und Balance entwickelt. 

Ich kann an der Stelle nur Pat Parelli zustimmen: Take the time it takes, so it takes less time.

Wenn man sich bei den Grundlagen wirklich die Zeit nimmt, die das Pferd und man selbst (!) braucht um eine Übung wirklich zu verstehen und korrekt, kleinschrittig auszuführen dann ist es später sehr einfach die Übung schneller, höher, weiter auszuführen. Das hat auch ganz viel mit Übung, regelmäßiger Herausforderung, gemeinsamer Kommunikation, gegenseitigem Kennenlernen und Einschätzen können zu tun.

Daher ist die Bodenarbeit mit all ihren Facetten die absolute Basis auf der ich dann alles Weitere aufbaue. Gute Bodenarbeit ist nicht "longieren" oder "Stangenarbeit". Sie ist vielmehr ein rundum sorglos Paket mit dem ich das Pferd auf alle Herausforderungen des Reitpferdelebens vorbereiten kann, aber auch die Oldies und Renterpferde fit und gesund erhalten kann. Bodenarbeit ist für mich Konditionstraining, Gymnastizierung, Gelassenheitstraining, Handarbeit, Vertrauensaufbau, Kennenlernen und gleichzeitig der Aufbau gegenseitigem Respekts. Alles was ich mir am Boden erarbeitet habe nehme ich auch mit in den Sattel und habe es so dort später viel leichter, denn das Pferd kennt die Bewegungsabläufe schon und ist daher von Haus aus schon viel ausbalancierter.

Zum Reinschnuppern biete ich ein Live Webinar an, in dem ich eine Trainingseinheit zeige in der es um Verständnis, Respekt und Vertrauen geht. Ich erarbeite dort die ersten Bausteine für eine spätere gute Zusammenarbeit.

-> Klicke hier um dich anzumelden <-

Blickschulung: Sättel mit großer Auflagefläche

Westernsättel, Wanderreitsättel und baumlose Modelle bieten automatisch eine große Auflagefläche. Aber es gibt ebenso Dressur und VS Sättel mit Baum, die mit großer Auflagefläche hergestellt werden. Einige Hersteller haben sich ebenfalls um eine LPO Zulassung bemüht. Am Besten könnt ihr das direkt beim Hersteller erfragen.

Signum: Der Vergleich mit dem Gymnastikball
https://www.signum-sattelservice.de/masssattel/sattel-philosophie/

Armeesattel 25 als Beispiel für einen Sattel mit großer Auflagefläche
https://www.kpemig.de/Armeesattel-Wehrmacht-datiert-1942-Groesse-2-Guter-Zustand#false
http://sattlerei-seidel.ch/armeesattel-25/
https://cn.weitze.com/militaria/56/Wehrmacht_Armeesattel_25__189656.html
http://www.taunusreiter.de/WR_Armeesattel.html
Fotos aus einem Niederländischen Forum zum Armeesattel 25:
https://www.bokt.nl/forums/viewtopic.php?t=1956744
https://www.bokt.nl/forums/viewtopic.php?t=1956744&start=25

Iberosattel mit Erklärung zur großen Auflagefläche & Vergleich:
https://www.iberosattel.de/de/herstellung/comfort-auflage/

Hinweis: Deuber bietet ebenfalls Sättel mit größerer Auflagefläche an, leider ist die Website aktuell nicht erreichbar.

Weitere Ressourcen für die schönste Zeit mit deinem Pferd

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Die Vorlage für erfolgreiches Training

Hier findest du meine Vorlage für deinen Trainingsplan als PDF Datei zum Ausdrucken. Sie ist vollgepackt mit spannenden Informationen rund ums Training und die Trainingsplanung. Mit diesem Trainingsplan arbeite ich selbst täglich, für klare Ziele und einen klaren Weg das Ziel auch zu erreichen. 

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Die Horsemanship Facebook Community

In meiner kostenlosen Horsemanship Facebook Community kannst du dich mit Gleichgesinnten austauschen, bekommst Ideen und Inspirationen für das Training mit deinem Pferd und bekommst Hilfe, wenn einmal etwas nicht so klappt, wie du es dir vorgestellt hast.
Hier entlang zur Gruppe: Horsemanship mit FAIRständnis und Leichtigkeit

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Dein Onlinecoaching zum Traumpferd

Das ist mein Signature Programm, in dem ich dich persönlich unterstütze die Ziele, die du mit deinem Pferd hast auch tatsächlich zu erreichen. Wir arbeiten dabei Schritt für Schritt an eurer gemeinsamen Beziehung für mehr Entspannung, Sicherheit und Spaß bei der gemeinsamen Arbeit.Das ist das Training mit dem meine Kunden aus dem Pferd, das sie hatten endlich das Pferd gemacht haben, das sie sich erträumt haben. 

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