4 Juni 2021

Der Rappe der Angst vor großen Landmaschinen hatte

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Der Rappe der Angst vor der großen Landmaschine hatte...


Ich war gerade angekommen, als mir ein Rappe auffiel, der auf der Nebenstraße gefährlich nah an einem Graben herumtänzelte. Der Reiter gab sich alle Mühe sein Pferd auf Kurs zu halten, aber es drehte immer wieder um und die Situation schien recht unkontrolliert. Dazu muss man wissen, dass WENN auf der Nebenstraße mal ein Auto fuhr, dann in schnell, weil es ja eine Abkürzung ist und da macht es keinen Sinn langsam zu fahren, weil dann hat man ja keinen Zeitgewinn. 


Also auf der einen Seite der Graben, auf der anderen Seite die Hecke, ein nervös tänzelndes Pferd und ein Reiter der Zügel, Gerte und Sporen im Dauereinsatz hatte. Meiner Einschätzung nach kurz vor der Eskalation!


Beherzt ging ich rüber und fragte, ob ich helfen könne. Der Reiter fragte dann, ob ich eine Peitsche hätte. Als ich nach dem Grund fragte erklärte er, dass sein Pferd einfach nicht an der geparkten Landmaschine vorbei wolle, aber wenn jemand mit der Peitsche es schicken würde, dann würde es schon gehen. Ich versuchte ihm eine Alternative zu seinem Plan zu erklären, die er aber nicht hören wollte. Auf seine erneute Frage, ob ich eine Peitsche hätte verneinte ich und gab auf. Er schien kein Interesse an echter Hilfe zu haben, sondern er wollte mit dem Kopf durch die Wand. Das Pferd hatte sich in meinem Beisein erst wieder etwas beruhigt und war mir sogar bis nahe an die Landmaschine gefolgt. Vorbei wollte es dennoch nicht. 


Also ritt er wieder zurück ... um kurze Zeit später doch tatsächlich mit einem Helfer zurück zu kommen, der eine Peitsche dabei hatte. Das Pferd konnte also nur noch nach vorne und rannte nach einigen Schlägen wie wild an der Landmaschine vorbei. Ungefähr eine halbe Stunde später kamen die zwei wieder zurück. Das Pferd komplett nass geschwitzt am Pumpen, in der Verfassung ging es zwar schnellen Schrittes, aber immerhin ohne Diskussion an der Landmaschine vorbei. 


Ehrlich gesagt war ich entsetzt, dass es so ein Verhalten nach wie vor noch gibt! Ich hatte angenommen, dass sich pferdegerechtere Ausbildungsmethoden mittlerweile durchgesetzt hätten. Offenbar habe ich mich getäuscht...


Deswegen möchte ich mit diesem Blogbeitrag eine Alternative aufzeigen!
Im pferdegerechtem Training lernt man sehr schnell, dass Strafen keinen Platz haben. Pferde verstehen Bestrafung einfach nicht! Das Einzige, was man durch Strafen und Gewalt erreicht ist die Beziehung zu dem Pferd zu gefährden. Das Resultat ist ein ängstliches und schreckhaftes Pferd. Statt dessen lernen Pferde durch Geduld, gutes Timing und Lob. 


Im konkreten Fall hätte der Reiter seinem Pferd also einfach etwas Zeit lassen sollen. Er reitet auf die Maschine zu. Das Pferd hält an, weil es das Gerät gruselig findet. Der Reiter bleibt ruhig, lässt das Pferd schauen und danach erst einmal ein paar Schritte rückwärts treten um wieder die Führung zu übernehmen. Danach gibt es für das schöne Rückwärts ein Lob. Das entspannt die Situation ungemein. Danach Taktik Annäherung und Rückzug. Jeder Schritt vorwärts wird gelobt und immer wieder ein rückwärts eingebaut bis sich das Pferd schlussendlich traut vorbei zu gehen. Wir lassen dem Pferd also die Entscheidung und versuchen nicht mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.


Natürlich dauert das Vorgehen eine ganze Weile, aber das Pferd lernt, dass wir fair sind, ihm die Möglichkeit geben sich ohne Streß Dinge anzusehen und den Druck (durch das Rückwärts) immer wieder rauszunehmen. Dementsprechend brauchen wir in solchen Situationen viel Geduld, das richtige Timing - also den richtigen Zeitpunkt erwischen in dem wir loben - und eben viel Lob und eine Prise Humor um gut durch solche Situationen zu kommen. Das Schöne: Je öfter wir eine solche Situation erleben, desto (selbst)sicherer wird unser Pferd, weil es schon viele solcher Situationen gemeistert hat. 


Habt ihr mir eurem Pferd ebenfalls schon einmal solche Situationen erlebt? Welche Situationen bereiten euch mit eurem Pferd Kopfzerbrechen?


In meinem Live Webinar am Samstag 12.06.2021 geht es genau um das Thema! Pferdegerechtes Training, dass zur Entspannung führt und wie "Geduld - Timing - Lob" in jeder Phase des Pferdetrainings deine besten Begleiter sind! Melde dich gern auch spontan an!


Ja! Ich möchte an dem Webinar teilnehmen und konkret sehen, wie an der Losgelassenheit und Entspanung gearbeitet wird! *

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