"Der Weg zum Traumpferd" Teil 1 - Die Kaufentscheidung

von Danny
Teil 1 - Die Kaufentscheidung
Lesezeit: 8 Minuten auch als Video/Podcast verfügbar
Hallo liebe Pferdefreunde, 
 
heute ist der Beginn einer Serie, die sich mit dem Weg zum Traumpferd beschäftigt. In Teil 1 gehe ich darauf ein, wie eine Kaufentscheidung getroffen wird. Teil 2 schauen wir, wie und warum Probleme entstehen. In Teil 3 wagen wir einen (Neu)Start mit dem neuen oder alten Trainingspartner und wachsen dabei zusammen, so dass wir am Ende unser Traumpferd haben
 
Heute starten wir mit Teil 1 - der Kaufentscheidung. 

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BlueSky Podcast 004 Der Weg zum Traumpferd Teil 1 - Die Kaufentscheidung

Timecodes
0:00 Intro
1:30 Das Fohlen von der Weide
3:14 Das Pferd sucht den Besitzer aus, nicht anders herum
4:04 Unerwartete Angebote und plötzlich ist man Pferdebesitzer
4:55 Es kommt immer anders und als man denkt oder “Traumpferd adé”
6:04 Die Sache mit dem “gekauften Traumpferd”
7:02 Der Boden der Realität
7:57 Outro
 

Inhalt

 
Die Kaufentscheidung ist ein spannender Prozess und es kommt stark auf die Ziele des Käufers an. Das geht von Freizeitkumpel über Familienpferd, kleinere Turniere bis hin zum großen Sport. Je nach Ziel spielen verschiedenste Erwägungen eine Rolle, die Rasse, eine bestimmte Abstammung/Zuchtlinie, der Charakter, die Größe, der Ausbildungsstand, der Preis und diverse andere Wünsche, wie beispielsweise die Farbe oder das Geschlecht. Diese Liste lässt sich mehr oder weniger unendlich fortführen. Natürlich kann ich in diesem Podcast nicht alles abdecken. Ich möchte vielmehr aus Trainersicht verschiedene Arten der Kaufentscheidungen einmal ansehen und analysieren, wie sie sich auf das gemeinsame Leben auswirken.  
 
 

Das Fohlen von der Weide

Fohlen spielt

Der Gedanke ist verlockend, man kauft sich einen Jährling oder ein neu geborenes Fohlen, lässt es eine Weile aufziehen und übernimmt dann das komplette Training von der Bodenarbeit bis zum Beritt. Der Vorteil ist, dass man genau weiß, wie trainiert wurde. Das Pferdchen ist recht günstig und man ist bei jedem Entwicklungsschritt live dabei. Entsprechende Erfahrung oder Unterstützung vorausgesetzt kann dieses Modell gut funktionieren. Bei Menschen, die noch nie selbst ein Pferd ausgebildet haben rate ich eher von dieser Vorgehensweise ab. Der Nachteil ist, dass Fohlen in den ersten Jahren ungestüm, neugierig und entdeckungsfreudig sind. Sie ziehen sich trotz optimaler Haltungsbedingungen oft unvorhersehbare Verletzungen zu, die sie ggf. das gesamte Leben begleiten und einschränken können. Außerdem ist noch unklar, wie sich der Charakter entwickelt und ob Mensch und Pferd einander überhaupt "riechen" können. Das Pferd ist für die ersten Jahre nicht nutzbar, kostet aber Unterhalt. Das relativiert dann schnell das Argument des günstigen Kaufpreises. Gerade bei Jungpferden sollte man nicht "irgendein" Angebot zur Aufzucht nutzen, sondern sehr genau hinschauen, dass regelmäßiger Umgang gewährleistet ist, tägliche Gesundheitskontrollen stattfinden und eine individuelle Fütterung angeboten wird. 
Wenn man all das betrachtet ist man mit einem älteren Pferd, das möglicherweise vom Kaufpreis her teurer ist, in vielen Fällen besser beraten und kommt sogar am Ende günstiger weg. Ausnahmen gibt es natürlich und ein Fohlen von Anfang an zu begleiten ist für manchen ein Herzenswunsch.
 
 

Das Pferd sucht den Besitzer aus, nicht anders herum

Pferdeprofil

Diese Geschichte höre ich sehr oft ;)
Die Überlegung ein Pferd anzuschaffen steht im Raum und plötzlich sieht man überall Verkaufsanzeigen, alle möglichen Leute bieten einem Pferde an oder kennen jemanden, der ein total liebes Pferd zu verkaufen hat. 
Dann kommt der große Tag! Nach langem hin und her schaut man sich ein Pferd an das man im Internet oder per Empfehlung gefunden hat. 
Dann gibt es eigentlich nur drei mögliche Ergebnisse, das Pferd ist gekauft, ein anderes Pferd vom gleichen Stall wechselt den Besitzer oder man ist völlig enttäuscht und es kommt zu keiner Kaufentscheidung. 
Variante 1 und 2 stehen in harter Konkurrenz, denn man weiß nie, wie schnell man sein Herz verschenkt. Pferde haben da tatsächlich Talente und man hat den Eindruck, dass manches Pferd sich geradezu "seinen Menschen" aussucht.
 
 

Unerwartete Angebote und plötzlich ist man Pferdebesitzer

Die andere Möglichkeit an ein Pferd zu kommen ist über den direkten Kontakt. Ob als Reitbeteiligung, oder als temporäre Unterstützung bei Fragen wie “Hast du mal Lust mein Pferd zu bewegen” oder “Könntest du bei Amanda die Ferienbetreuung übernehmen” oder gar “Hast du mal Lust auf einen Proberitt” sind Situationen, die gerne zum Besitzerwechsel führen. Natürlich nur, wenn der Besitzer ohnehin Überlegungen zu verkaufen angestellt hat. 
Gerade bei direktem Kontakt kann auch das Thema Mitleid eine Rolle spielen. Pferde erobern Herzen manchmal im Sturme, so ist man plötzlich stolzer Besitzer eines Fohlens aus den Alpen, oder man rettet ein Pferd aus schlechter Haltung. Man möchte Gutes tun und entscheidet aus dem Bauch heraus, manchmal etwas zu optimistisch. 
 
 

Es kommt immer anders und als man denkt oder “Traumpferd adé”

Schatten von Pferd und Mensch

Besonders die drei oberen Arten an ein Pferd zu kommen sind von diesem Phänomen betroffen. 
Wie oft habe ich schon Sätze gehört wie “Ich hole mir niemals einen Schimmel/eine Stute/einen Wallach” oder “Ich möchte gern ein ruhiges und entspanntes Pferd” oder “Die Abstammung kommt garnicht in Frage, zu viel Vollblutanteil”. So oder so ähnlich werden Eigenschaften kategorisch abgelehnt. Es geht aber auch anders herum “Eine gute L Dressur sollte er schon laufen” oder “Das Pferd sollte auf jeden Fall problemlos in den Anhänger und ins Gelände gehen” oder “Mindestens angeritten und fromm wäre super, den Rest bekomme ich schon hin”. Tja und was passiert? Plötzlich steht der Schimmel/eine Stute/ein Wallach auf dem Hof, mit genau der abgelehnten Abstammung, blutjung und "angeritten", was auch immer das heißt.
 
Ich denke jeder hat so eine Geschichte entweder selbst oder bei einem Stallkollegen schon einmal miterlebt. Je nach dem wie viel Erfahrung, Zeit und Durchsetzungsvermögen der neue Besitzer hat darf das Pferd dann bleiben oder wird über kurz oder lang wieder verkauft
 
 

Es gibt aber auch die andere Pferdekäufer-Kategorie:

Die Sache mit dem “gekauften Traumpferd”

Foto von deinem Traumpferd

Anders herum gibt es die Reiter, die sich für viel Geld das "Traumpferd" kaufen. Sie sparen lange und investieren ebenfalls eine lange Zeit in die Suche und darin Pferde Probe zu reiten. Die meisten Pferdeverkäufer erhalten Absagen, weil irgend ein Punkt nicht zu 100% passt. Doch eines Tages ist es da, das Traumpferd - das Verhalten, der Ausbildungsstand, der Charakter, die AKU, der Preis - alles super, auch Tierarzt, Trainer und Vertrauenspersonen sind begeistert. Einem Kauf steht nichts mehr im Wege. Sobald der Punkt erreicht ist wird nicht lange gefackelt und das Pferd gekauft.
 
Bei einem "gekauften Traumpferd" ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es die ersten Wochen oder Monate gut läuft. Danach ergeht es meist auch dem "Traumpferd" Käufer wie allen anderen. 
 
 

Der Boden der Realität

Da war man gerade noch auf Wolke 7 mit dem neuen Partner Pferd und zack kommt die Realität. Das Pferd tut einfach nicht mehr, was es soll, entwickelt Unarten und man fühlt sich einfach nicht mehr wohl. Der Weg zum Pferd bereitet schon Bauchschmerzen und man fragt sich, welche unliebsame Überraschung heute wieder auf einen wartet. Das ist in vielen Fällen der Punkt, an dem entweder die Angst kommt oder die Wut. Beide sind keine guten Berater. Deshalb möchte ich in der nächsten Folge des Podcasts genauer darauf eingehen, wie die Probleme entstehen. Dabei ist es unabhängig davon, wie lange das Pferd schon dir gehört, die Mechanismen sind oft die gleichen. Außerdem gebe ich Tipps worauf man beim Kauf eines Pferdes charakterlich achten kann, damit die "Überraschung" nicht allzu herbe ausfällt. Dazu schaue ich mir an, welche Charaktertypen es grob gibt um dann Tipps zu geben, wer mit wem gut zurecht kommt
 
Ja dann sind wir schon am Ende unseres Podcasts angelangt, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht zuzuhören :)
Ich freue mich auf das nächste Mal und wünsche euch bis dahin eine tolle Zeit!
Eure Daniela
 
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